Geologische Dauerausstellung
    - virtuell besauch N.1
    - virtuell besauch N.2
   Dauerausstellung über die
   Fauna und Flora der Region
   Jeseník
   
     Dauerausstellung „Vincenz
     Priessnitz und der Kurort
     Gräfenberg“ – Geburtshaus
     von Vincenz Priessnitz.

    - virtuell besauch N.1
    - virtuell besauch N.2
    Dauerausstellung zur
    Geschichte der Region Jeseník



 Dauerausstellung zur Geschichte der Region Jeseník

   Im ersten Teil dieser Ausstellung ist die Geschichte der Region von der Urzeit bis zum Jahre 1945 erfaßt. Ausgestellt sind hier eine Kopie der Gedenktafel des Breslauer Bischofs Johannes Thurzo (machte sich in Javorník um den Umbau der ursprünglich gotischen Burg in ein Renaissanceschloß verdient), eine Kopie der spätgotischen Madonna aus Uhelná (Sörgsdorf) bei Javorník (Jauernig) oder mittelalterliche Feuerwaffen, wie z.B die Hakenbüchse aus Vidnava (Weidenau) vom Ende des 15. Jh.s. Der größte Teil der Ausstellung ist der Geschichte des Bergbaus in der Region Jeseník vom 15. bis 17. Jh. gewidmet. Auf vielen Abbildungen sind die Erzfördermethode und die weitere Erzverarbeitung dargestellt. Es gibt Fördervorrichtungen und dreidimensionale Exponate über die Bergbautätigkeit zu sehen. Diese Ausstellungsgegenstände zeugen vom Ruhm des Bergbaus in der Region Jeseník. In Glasvitrinen sind archäologische Funde ausgestellt, die die Geschichte des Gebiets von der jüngeren Steinzeit an belegen. Weiter ist ein Schatz von Bronzegegenständen aus der jüngeren Bronzezeit aus Skorošice (Gurschdorf) bei Žulová (Friedeberg) und ein Satz eiserner archäologischer Funde aus der Region Jeseník ausgestellt, die für die Erkenntnis der Anfänge der regionalen Geschichte wichtig sind. Um einige Jahrhunderte jünger sind die Gegenstände und Produkte der in der Region Jeseník entstandenen Manufakturen, wie Glas – und Eisenhütten oder Textilmanufakturen. Eine Gedichtssammlung des deutschen Romantikdichters Josef v. Eichendorff und das Porträt des Komponisten und Kapellmeisters Karl Ditters von Dittersdorf stellen zwei bedeutende
Persönlichkeiten der europäischen Kultur vor, die eine gewisse Zeit ihres Lebens im Gebiet von Jeseník verbrachten. Die Ausstellung will vor allem mit Fotodokumenten das reiche
Kulturleben der Vergangenheit in diesem Gebiet hervorheben. Es handelt sich besonders um das Barockkloster des Piaristenordens in Bílá Voda (Weißwasser) und um die historische Bausubstanz in Vidnava (Weidenau). Außerdem sind Veduten von Städten und Städtchen in der Region Jeseník und auch Lithografien von Jeseník (Freiwaldau) aus der ersten Hälfte des 19. Jh.s ausgestellt. Ausgelegt sind auch Dokumente der romanischen und gotischen Baukunst aus diesem Gebiet (Burgen Kaltenštejn – Hradisko (Kaltenstein), Rychleby (Reichenstein), Žulová (Friedeberg)).
Im mittleren Teil des Ausstellungs befinden sich Belege über die weitere Ausnutzung der Bodenschätze der Region Jeseník. Fotografien und dreidimensionale Exponate von steinernen Denkmälern dokumentieren die Steinmetzerei. Hiesige Steinmetze und Bildhauer erreichten bereits im Mittelalter Meisterwürde. Auch die Kalkbrennerei war für dieses Gebiet von ökonomischer Bedeutung. Über das Ausmaß dieser Tätigkeit zeugt eine Fotografie des Marmorsteinbruchs und eine Fotografie der größten Kalkbrennerei. Es sind auch Geräte und Werkzeuge ausgestellt, die in diesen Arbeitsbereichen benutzt wurden. In diesem Teil der Ausstellung wird auch an die Tragödie, den sog. Freiwaldauer Streik erinnert, und zwar noch in ursprünglicher einseitiger Tendenzform.
Der abschließende Teil der Ausstellung ist der Geschichte des Badewesens und der Wasserheilmethode gewidmet. Dieser Teil der Ausstellung wurde der Öffentlichkeit im Jahre 1982 zugänglich gemacht und ist zum Teil ihrer Entstehungszeit tributpflichtig. Trotzdem wird die Geschichte der einzelnen Kurorte in der Region Jeseník durch eine Reihe von Dokumenten und materiellen Belegen nahegebracht. Konkret werden ihre bedeutenden Begründer Vincenz Priessnitz und Johann Schroth vorgestellt. Somit trägt diese Ausstellung dazu bei, die Tradition des Badewesens in der Region Jeseník verständlich zu machen und auch seinen förderlichen Beitrag für dieses Gebiet in der Gegenwart hervorzuheben.

 

 

 

 

oben  

 Geologische Dauerausstellung

   Die Besucher können sich in zwei Räumen sowohl mit unikatem Material bekannt machen, das das nordeuropäische Inlandeis in das Jeseníker Gebiet als nordisches Geschiebe, Nahgeschiebe und örtliches Geschiebe transportierte, als auch mit unikatem Material, das direkt in der Jeseníker Region entstand. Zu den Geschieben gehören Gesteinsproben von Magmatiten, Sedimenten, Metamorphiten und Versteinerungen. Viele Exponate sind abgeschliffen, so dass ihre Strukturen und Texturen gut sichtbar sind. Die Ausstellungsstücke werden durch eine Karte ihres Herkunftsorts und durch Fotos ergänzt, die den Einfluss des Inlandeises auf die Geomorfologie eines Teils des Jeseníker Gebiets zeigen. An die jüngere geologische Geschichte erinnern Proben von hiesigen Karsterscheinungen. Eine Beschreibung ihrer Entstehung und Fotografien laden die Besucher zur Besichtigung der Höhle ,,Na Pomezí,, (Am Gemärke) und „Na Spièáku“ (Am Spitzberg) ein. Sehr interessant ist auch die Veranschaulichung der Entstehung von Kaolin aus Granitoiden und die Entstehung von Xylith, der jüngsten Kohle.
Die ausgestellten Gesteine, Minerale, Roherze, Versteinerungen und tektonischen Erscheinungen des Altvatergebirges (Hrubý Jeseník), des Reichensteiner Gebirges (Rychlebské hory), des Friedeberger Berglands (Žulovská pahorkatina) und des Weidenauer Tieflands (Vidnavská nížina) werden durch eine plastische geologische Karte der Region Jeseník im Maßstab 1: 25 000 ergänzt. Die ungewöhnliche Mannigfaltigkeit des hiesigen Gesteinsuntergrunds ist der Grund dafür, dass nur die typischsten und bedeutendsten Objekte der Region Jeseník präsentiert werden können. Sie stammen sowohl aus dem Lugikum (nordwestlicher Teil des Reichensteiner Gebirges), als auch aus dem Silesikum (übriger Teil der Region Jeseník). Die Gesteine des Lugikums entstanden während der assyntischen Faltung aus mächtigen Ablagerungen und Produkten des Magmatismus des präkambrischen Meeres. Ihre unteren Partien unterlagen zum großen Teil starker Granitisierung. Jüngere Granitoid-, Gabbro- und Basaltkörper drangen während dieser und weiterer Faltungen (herzynische und alpinische) in diese Komplexe ein.
Das Silesikum war vor Beginn der Devonzeit längere Zeit Festland (die Entstehung und Entwicklung seiner Gesteine ist ähnlich wie die des Lugikums und die Devonschichten lagerten sich auf einer Rumpffläche ab. Sehr interessant sind Funde von Versteinerungen, nach denen die Gesteine der Würbenthaler Serie (vrbenská skupina) zeitlich bestimmt wurden und von denen die Stratigrafie eines Teils des Gesteinsuntergrunds der Region Jeseník abgeleitet wird. Auch das Silesikum ist von Ergußgesteinen durchdrungen. In den älteren Einheiten sind Orthogneise vetreten, das Altpaläozoikum weist verwandte basische Gesteine auf. Die Granitoide stammen aus verschiedenen Etappen der Gebirgsentwicklung, vor allem aber aus der Zeit der herzynischen Faltung. Diese Orogenese ergriff die devonischen Sedimente mit starker Intensität, wie an den ausgestellten Falten und der detaillierten Faltung des Marmors der Gruppe Branná (Goldenstein) zu erkennen ist.
Gehörige Aufmerksamkeit wird auch den hiesigen nutzbaren Bodenschätzen gewidmet. Bei den Nichterzen handelt es sich besonders um durch Beimengungen verschiedenartig gefärbte Marmore und Grafit. Ein sehr interessantes und wichtiges geologisches Objekt der Region Jeseník ist das Granitmassiv von Žulová (Friedeberg). Dieser große Körper hat bedeutenden Anteil an der Morfologie eines Teils des Jeseníker Gebiets. Er ist vom Reichensteiner Gebirge durch die sudetische Bruchlinie getrennt. Entlang dieser Bruchzone wurde das gesamte Massiv emporgehoben und durch anschließende Erosion gut freigelegt. Ausgestellt sind vor allem seine Gesteinsarten (Granitoide), wie z.B. Quarzdiorit, Granodiorit, Granit, Pegmatit und Aplit, einschließlich Gesteinsproben mit Fremdeinschlüssen. Aufmerksamkeit verdienen auch Mineralfunde des eigentlichen Massivs. Ein Unikat von Weltformat sind die polierten Platten, an denen die Vorgänge am Kontakt vom Granitmagma zum Mantelgestein des Granitplutons, Gneis und Marmor, festgehalten sind. Besonders an den letztgenannten ist die Entstehung einer Gemeinschaft von Kontaktmineralen hervorragend dokumentiert, die noch gesondert als Einzelproben ausgestellt sind. Die Verwitterung des Granitgesteins wird an Beispielen kugelschaliger Absonderung gezeigt. Ausgestellt sind auch Mangandendrite, die sich auf Klüften von Granitoiden befinden und auch Sekundärminerale, wie z. B. Nontronit.
 

oben  

 Dauerausstellung über die Fauna und Flora der Region Jeseník

   Diese Ausstellung, die charakteristische Vertreter der Fauna und Flora der Region Jeseník vorstellt, wurde im Jahre 2005 neu installiert. Sie knüpft logisch an die hier befindliche geologische Ausstellung an, die unbelebte Natur präsentiert.
Schon beim Betreten des Raums zieht die originelle zentrale Vitrine, die die Dominante des Ausstellungsraums darstellt, die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die perfekte bildkünstlerische Gestaltung von natürlichem Material, wie Holz und Glas, erhöht den Gesamteindruck der Exposition. Autor dieser Ausstellungsgegenstände ist der Jeseníker Architekt Jaromír Knotek. Seine Arbeit ist auf Glasregalen seitlich der Vitrinen und in der Mitte des Raums aufgestellt, wo sie ein zentrales Diorama bildet. In den Vitrinen können die Besucher viele Arten von Lebewesen bewundern, die hier in Form von dermoplastischen Präparaten vorgestellt werden. Bei den meisten Präparaten handelt es sich um Vögel. Hier sind Raubvögel, Eulen,Wasservögel, Klettervögel und viele kleine Singvögel ausgestellt. Säugetiere werden vor allem durch kleinere Formen, wie z.B. durch Insektenfresser, Fledermäuse, Nagetiere und Raubtiere präsentiert. Von den ausgestellten Tieren führen wir nur die interessantesten an, wie z.B. Steinadler, Wanderfalke, Uhu, Schleiereule, Schwarzstorch, Wachtelkönig, Auerhahn, Haselhuhn, Schwarzspecht, Elster, Kuckuck, Raubwürger, Kreuzschnabel, Spitzmaus, Fledermaus, Bielmaus, Hermelin, Steinmarder, Fuchs, Dachs.
Das naturwissenschaftliche Erlebnis wird durch eine Szene mit Baum angenehm abgerundet. Tiere und Pflanzen sind hier in natürlichen Positionen und natürlicher Umgebung installiert. Aufmerksame Besucher können hier auch Käfer und Schmetterlinge entdecken. Zu einer perfekten bildkünstlerischen Gestaltung gehört selbstverständlich eine genaue Beschreibung aller ausgestellten Gegenstände und ihre präzise Beleuchtung.
In einer separaten Vitrine sind osteologische Präparate, vor allem Schädel von Säugetieren und Vögeln, und eine Kollektion von präparierten Vogeleiern ausgestellt. An den Wänden können die Besucher eine Reihe von entomologischen Schachteln mit präparierten Insekten betrachten. Es handelt sich hierbei nicht nur um neue Sammlungen, sondern auch um alte, ebenso gute Museumsarbeiten. Auch botanische Exponate ziehen die Besucher an, wie z.B. Schnitte von Baumstämmen oder Herbarien von Jeseníker Pflanzen.
Drei große Wandtafeln in den Ecken des Raums geben allgemeine und konkrete Informationen über die Natur des Altvatergebirges (Hrubý Jeseník), des Reichensteiner Gebirges (Rychlebské hory), des Friedeberger Berglands (Žulovská pahorkatina) und des Weidenauer Tieflands (Vidnavská nižina). Ein ziemlich umfangreicher Textteil und Begleitmaterial sind dem Naturschutz in der Region Jeseník gewidmet, vor allem aber der Geschichte und Gegenwart des Naturschutzgebiets Jeseníky.
 

oben  

 Dauerausstellung „Vincenz Priessnitz und der Kurort
    Gräfenberg“ – Geburtshaus von Vincenz Priessnitz.

   Die neueste Ausstellung stellt die der Öffentlichkeit zugänglich gemachte Dauerausstellung dar, die V. Priessnitz und der Entwicklung des Jeseníker Kurorts (Gräfenberg) gewidmet ist. Die Ausstellung wurde aus Anlaß des 200. Geburtstages von V. Priessnitz installiert und am 2. Oktober 1999 im Kurort Jeseník in dem Haus eröffnet, in dem er die erste Wasserheilanstalt der Welt gegründet hatte. Dieses Geburtstagsjubiläum wurde als bedeutendes Ereignis in den Kulturkalender der UNESCO eingereiht. Die Ausstellung soll laut Autoren zum Wiederaufleben des Interesses an der Persönlichkeit des genialen Heilers Vincenz Priessnitz beitragen und soll sein Vermächtnis dem heutigen Menschen nahebringen.
In der Exposition sind schriftliche und materielle Dokumente über Priessnitz¢ Leben und Werk, persönliche Gegenstände, die ihm und seiner Familie gehörten und auch Dokumente ausgestellt, die den Interessenten die Entwicklung des Kurorts nach dem Tode seines Begründers bis hin zur Gegenwart erläutern. Zu den wertvollsten Exponaten gehören zweifellos Originale und glaubwürdige Kopien seltener Archivalien (Eintragung der Taufe von Vincenz Priessnitz in das Matrikenbuch, sein Reisepaß, Teil einer Handschrift von V.P.), Familienschmuck, Bilder aus Museumssammlungen oder Literatur über die Wasserheilkunde, die in ihrer Art einzig ist. Zu den Merkwürdigkeiten der Ausstellung gehört die Nachbildung einer Badeszene aus dem 19. Jh. und eine Figur, die Priessnitz in Lebensgröße darstellt.
 

oben